Das prophetische Vorbild sieht anders aus
In vor-islamischer Zeit waren Frauen in einer
Weise behandelt worden, die ihrer menschlichen Würde in keiner Weise
gerecht wurde. Konkubinen wurden in erniedrigender Weise als reine
Instrumente des Vergnügens berachtet. Kleine Mädchen wurden ohne
jegliches Mitgefühl lebendig begraben, aus Furcht, sie hätten zu
Prostituierten werden müssen. Mit steinernen Herzen wurde ein noch viel
schlimmeres Verbrechen begangen, um sie vor einem Unglück zu bewahren,
welches einzig und allein die Folge von Unwissenheit war. Allah
beschreibt dieses Verhalten im Qur’an wie folgt: „Und wenn einem von
ihnen die Nachricht von (der Geburt von) einem Mädchen gebracht wird,
verfinstert sich sein Gesicht und er ist bedrückt. Er versteckt sich
vor Scham vor den Menschen wegen des Schlechten, dass ihm mitgeteilt
wurde. Soll er es behalten oder in der Erde begraben? – Ist es nicht
übel, wie sie urteilen?“1 Auf Anordnung des Propheten, Allah segne ihn
und schenke ihm Frieden, erhielten die Frauen Rechte. Frauen wurden zu
gesellschaftlichen Vorbildern für Anstand und Tugend. Die Mutterschaft
erhielt den ihr gebührenden Rang. Mit dem Ausspruch: „Das Paradies
liegt unter den Füßen der Mütter“2 verlieh der Prophet den Müttern die
ihnen zustehende Würde und Stellung. Das Folgende ist ein besonders
schönes Beispiel der Fürsorglichkeit des Propheten für die Frauen:
„Während einer Reise trieb ein Sklave namens Anjascha die Reitkamele
mit seinem Gesang an.3 Der Prophet, Allah segne ihn und schenke ihm
Frieden, der befürchtete, die Damen, die in ihren Sänften auf den
Kamelen saßen, würden unter dem heftigen Schaukeln leiden oder könnten
bei der allzu wilden Gangart Schaden nehmen, rief dem Sklaven zu: ‘O
Anjascha! Vorsichtig mit dem Porzellan. Vorsichtig mit dem
Porzellan!’“4 In einer anderen Überlieferung sagte der Gesandte Allahs:
„Von den Dingen dieser Welt wurde mir die Liebe zu den Frauen und den
Wohlgerüchen gegeben und die Kühle meiner Augen liegt im Gebet.“5
Frauen und Wohlgerüche sind wichtige Segnungen Allahs in dieser Welt.
Die große Bedeutung einer rechtschaffenen Frau für ein glückliches,
friedvolles und religiöses Familienleben liegt auf der Hand. Auch wenn
die Welt sich verändert hat, ist es doch traditionsgemäß so, dass sie
es ist, die den Wohlstand der Familie aufbewahrt, das häusliche
Geschehen organisiert, den Nachwuchs beschützt und die Ehre der Familie
bewahrt. Es war prinzipiell immer die Mutter des Hauses, die der
Familie das Glück bescherte. Von ihrem Lächeln hing die Atmosphäre des
häuslichen Glücks ab. Alle Sorgen der Kinder fanden ein Ende durch
einen mitfühlenden Blick der Mutter. Gibt es irgendwo einen Ort
größeren Mitgefühls als das Herz einer Mutter? Müttern ist von ihrem
Schöpfer der höchste Grad göttlicher Barmherzigkeit unter allen
Geschöpfen worden. Ein Königreich des Glücks beginnt sich für Frauen zu
öffnen, wenn sie die Tugenden der Mutterschaft verwirklichen. Die
Überlieferung: „Das Paradies liegt unter den Füßen der Mütter“ ist das
höchste Kompliment des Propheten an alle Mütter. … In einem anderen
Prophetenwort heißt es: „Der Beste unter euch ist derjenige, der seine
Familie am Besten behandelt“6 und: „Was jemand ausgibt für sich, seine
Ehefrau und seine Kinder, wird von Allah als Wohltätigkeit belohnt.“7
In der Lehre, die sich in all dem widerspiegelt, führt uns der Gesandte
Allahs deutlich vor Augen, dass eine gesunde Familie nur auf dem
Fundament der Liebe aufgebaut sein kann.
1
Qur’an, An-Nahl, 58-59 2 Nasai, Ibn Hanbal, Ibn Madschah u.a. 3 Kamele
lieben den Geang schöner Stimmen. Die Hirten spornten die Kamele mit
Gesang an. 4 Bukhari, Ibn Hanbal 5 Nasai, Ibn Hanbal 6 Tirmidhi, Ibn
Madschah, Ibn Hanbal 7 Ibn Madschah, Ibn Hanbal, Al-Baihaqi

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